Kamera9 min Lesezeit

Unterwasser filmen mit der DJI Action? Das FitStill Tauchgehäuse im Praxischeck

Das FitStill Tauchgehäuse für DJI Osmo Action 5 Pro, Action 4 und Action 3 - wasserdicht bis 50m, mit Tauchfiltern und Schwimmgriff für 29,99 Euro.

P
Patrick
·
Unterwasser filmen mit der DJI Action? Das FitStill Tauchgehäuse im Praxischeck

Die DJI Osmo Action Kameras sind ab Werk schon wassergeschützt. Die Action 5 Pro hält laut DJI bis zu 20 Meter Wassertiefe aus, die Action 4 und 3 immerhin bis zu 18 Meter. Für den Pool, den Schnorchelausflug im Urlaub oder den Sprung vom Steg reicht das locker. Aber was, wenn man tiefer will?

Wer ernsthaft taucht - ob Sporttauchen in 30 Metern Tiefe, Wracktauchen oder Unterwasserfotografie an Korallenriffen - braucht mehr Schutz. Die Kamera ohne Gehäuse auf 40 Meter zu nehmen, ist ein sicherer Weg, sie zu zerstören. Der Wasserdruck in dieser Tiefe übersteigt die Dichtungen der Kamera bei Weitem, und selbst kleine Risse oder Abnutzungsspuren können dann zum Totalschaden führen.

Das FitStill Tauchgehäuse erweitert die Einsatztiefe auf 50 Meter und bringt zusätzlich drei Tauchfilter, einen Schwimmgriff und Anti-Beschlag-Einsätze mit. Das Gesamtpaket kostet 29,99 Euro - ein Bruchteil dessen, was man für die Kamera selbst bezahlt hat.

Was ist alles im Paket?

FitStill liefert hier kein einzelnes Gehäuse, sondern ein komplettes Unterwasser-Set. Das ist einer der Gründe, warum das Preis-Leistungs-Verhältnis so attraktiv ist.

Im Lieferumfang enthalten:

  • 1x Tauchgehäuse (wasserdicht bis 50 Meter / 164 Fuß)
  • 3x Tauchfilter (Rosa, Rot, Magenta)
  • 1x Schwimmgriff (rutschfest, auffällige Farbe)
  • 12x Anti-Beschlag-Einsätze
  • Kompatibel mit: DJI Osmo Action 5 Pro, Action 4 und Action 3
Das ist alles, was man für Unterwasseraufnahmen braucht, in einer Box. Man muss nicht einzeln Filter dazukaufen oder einen separaten Griff bestellen. Gerade für Einsteiger, die zum ersten Mal unter Wasser filmen wollen, ist das ein großer Vorteil - man hat sofort alles zusammen und kann loslegen.

Das Gehäuse selbst

Das Tauchgehäuse besteht aus einer Kombination von Edelstahl und hochwertigem Kunststoff. Die Verschlüsse und Scharniere sind aus Edelstahl gefertigt, was besonders für den Einsatz in Salzwasser wichtig ist. Normaler Stahl würde nach wenigen Tauchgängen im Meer anfangen zu korrosten, Edelstahl hält das aus.

Die Linsenabdeckung besteht aus hochdurchlässigem Stahlglas. Das ist ein entscheidendes Detail, denn billiges Gehäuse mit Plastiklinse würde die Bildqualität deutlich verschlechtern. Stahlglas (gehärtetes Glas) bietet eine hohe optische Klarheit und ist gleichzeitig kratzfester als Kunststoff. Kratzer auf der Linse wären unter Wasser in jedem Bild sichtbar - das will man nicht.

Die Kamera wird ins Gehäuse eingelegt und der Verschluss sicher zugeklappt. Eine Gummidichtung sorgt dafür, dass kein Wasser eindringt. Hier der wichtigste Tipp: Vor jedem Tauchgang die Dichtung auf Haare, Sandkörner oder Beschädigungen prüfen. Ein einziges Haar in der Dichtung kann dazu führen, dass Wasser eindringt. Diese Regel gilt für jedes Unterwassergehäuse, egal ob für 30 oder 300 Euro.

Die 4K-Videoaufnahme funktioniert durch das Gehäuse ohne Einschränkungen. Das Glas ist optisch so klar, dass die Bildqualität der Kamera nicht merklich beeinträchtigt wird. Auch Fotos lassen sich in gewohnter Qualität aufnehmen.

Die drei Tauchfilter erklärt

Wer schon mal unter Wasser fotografiert hat, weiß: Ab einer gewissen Tiefe verschwinden die Farben. Zuerst geht Rot verloren (ab ca. 5 Metern), dann Orange, dann Gelb. Übrig bleibt ein bläulich-grünes Bild, das zwar stimmungsvoll sein kann, aber nicht die echten Farben der Unterwasserwelt zeigt.

Tauchfilter korrigieren das, indem sie die fehlenden Farben verstärken:

Roter Filter: Der Allrounder für blaues Wasser. In tropischen Gewässern, im Mittelmeer oder in klaren Seen korrigiert der rote Filter den Blaustich und bringt natürliche Farben zurück. Einsatzbereich: 5 bis 25 Meter Tiefe in blauem Wasser.

Rosa Filter: Optimiert für Tiefen zwischen 5 und 15 Metern in blauem Wasser. Er liefert etwas wärmere Töne als der rote Filter und eignet sich besonders gut für Aufnahmen in mittleren Tiefen, wo der Blaustich noch nicht so dominant ist.

Magenta Filter: Der Spezialist für grünes Wasser. In Seen, Flüssen und küstennahen Gewässern mit Algen oder Sediment hat das Wasser oft einen Grünstich statt eines Blaustichs. Der Magenta-Filter gleicht genau das aus und sorgt für natürliche Farben in trübem, grünem Wasser.

Die Filter werden einfach auf die Linse des Gehäuses aufgesteckt. Unter Wasser lassen sie sich wechseln, was praktisch ist, wenn sich die Wasserbedingungen während eines Tauchgangs ändern. Allerdings erfordert das etwas Geschick mit Neoprenhandschuhen.

Der Schwimmgriff

Der mitgelieferte Schwimmgriff löst ein Problem, das jeder Unterwasserfilmer kennt: Die Kamera ist klein und schwer. Wenn sie einem aus der Hand rutscht, sinkt sie auf den Grund. In drei Metern Pooltiefe ist das ärgerlich, in 30 Metern Meerestiefe ist die Kamera weg.

Der Schwimmgriff hat genug Auftrieb, um die Kamera im Gehäuse an der Oberfläche zu halten, falls sie aus der Hand gleitet. Er ist in einer auffälligen Farbe gehalten, sodass er auch im Wasser gut sichtbar ist. Die Oberfläche ist rutschfest gestaltet, was den Halt mit nassen oder behandschuhten Händen deutlich verbessert.

Zusätzlich bietet der Griff einen ergonomischeren Halt als die nackte Kamera. Gerade bei längeren Tauchgängen macht sich das bemerkbar. Man kann die Kamera entspannter halten und hat dabei eine ruhigere Hand, was sich direkt auf die Videoqualität auswirkt.

Anti-Beschlag-Einsätze

12 Stück liegen bei, und die wird man auch brauchen. Beschlagene Linsen sind das Ärgernis Nummer eins bei Unterwassergehäusen. Der Temperaturunterschied zwischen der warmen Luft im Gehäuse und dem kalten Wasser außen führt dazu, dass die Innenseite der Linse beschlägt - genau wie eine Brille, wenn man im Winter einen warmen Raum betritt.

Die Anti-Beschlag-Einsätze absorbieren die Feuchtigkeit im Gehäuseinneren und verhindern so das Beschlagen. Man legt vor jedem Tauchgang ein bis zwei Einsätze ins Gehäuse. Sie sind Einwegprodukte, daher der Vorrat von 12 Stück. Für einen zweiwöchigen Tauchurlaub sollte das reichen.

Ein Tipp aus der Praxis: Das Gehäuse möglichst im klimatisierten Hotelzimmer oder zumindest im Schatten zusammenbauen. Wer die Kamera am heißen Strand ins Gehäuse steckt, hat deutlich mehr Feuchtigkeit im System, und die Anti-Beschlag-Einsätze müssen härter arbeiten.

Wichtige Einschränkung: Kein Touchscreen

Das muss man klar sagen: Der Touchscreen der DJI Action ist mit dem Gehäuse nicht bedienbar. Das ist keine Schwäche dieses speziellen Gehäuses, sondern ein physikalisches Problem. Touchscreens funktionieren über kapazitive Berührung, und das Gehäuseglas kann diese Berührung nicht weiterleiten.

In der Praxis bedeutet das: Man muss alle Kameraeinstellungen vor dem Einsetzen ins Gehäuse vornehmen. Auflösung, Bildrate, Belichtung, Weißabgleich - alles vorher einstellen. Unter Wasser kann man dann nur noch die physischen Tasten verwenden, die durch das Gehäuse bedienbar sind. Aufnahme starten und stoppen funktioniert problemlos, aber durch Menüs navigieren wird schwierig.

Ein paar Empfehlungen für die Einstellungen vor dem Tauchgang:

  • Video-Modus vorwählen (nicht Foto, es sei denn gewünscht)
  • 4K/60fps oder 1080p/120fps je nach Bedarf einstellen
  • Weißabgleich auf manuell stellen, wenn Filter verwendet werden
  • Belichtung leicht überbelichten (+0,3 bis +0,7), da Unterwasser generell dunkler ist
  • Bildstabilisierung aktivieren für verwacklungsfreie Videos

Kompatibilität

Das Gehäuse passt auf drei DJI-Kameras: Die Osmo Action 5 Pro, die Action 4 und die Action 3. Diese drei Modelle haben nahezu identische Gehäuseabmessungen, weshalb ein Gehäuse für alle drei funktioniert.

Es passt nicht auf die ältere DJI Osmo Action (die erste Generation) oder die Action 2, da diese andere Abmessungen haben. Auch GoPro-Kameras oder Action Cams anderer Hersteller passen selbstverständlich nicht hinein. Vor dem Kauf also sicherstellen, dass man tatsächlich eine der drei kompatiblen Kameras besitzt.

Pflege nach dem Salzwasser-Einsatz

Nach jedem Einsatz in Salzwasser muss das Gehäuse gründlich mit Süßwasser abgespült werden. Salzrückstände greifen selbst Edelstahl auf Dauer an und können die Dichtungen beschädigen. Am besten legt man das Gehäuse für 15 bis 30 Minuten in eine Schüssel mit lauwarmem Süßwasser und bewegt dabei die Verschlüsse und Tasten mehrmals, damit auch in den Zwischenräumen kein Salz zurückbleibt.

Die Dichtungen sollten regelmäßig mit Silikonspray oder speziellem Dichtungsfett behandelt werden. Das hält sie geschmeidig und verlängert ihre Lebensdauer. Trockene, spröde Dichtungen sind die häufigste Ursache für undichte Gehäuse.

Für wen lohnt es sich?

Urlaubstaucher und Schnorchler: Wer im Urlaub am Korallenriff schnorchelt und die Kamera dabei auf 10 bis 15 Meter mitnehmen will, bekommt hier ein günstiges Komplettset. Die mitgelieferten Filter und der Schwimmgriff sind genau das, was man für Schnorchelausflüge braucht.

Sporttaucher: Für regelmäßige Tauchgänge bis 50 Meter ist das Gehäuse eine solide Option. Es ersetzt kein professionelles Gehäuse für 500 Euro, aber für Hobby-Aufnahmen unter Wasser reicht es allemal.

Freizeitschwimmer: Wer seine DJI Action einfach nur im Pool oder am Strand nutzt und sich zusätzliche Sicherheit wünscht, profitiert vom Gehäuse und dem Schwimmgriff. Selbst wenn die Kamera ab Werk wasserdicht ist, gibt das Gehäuse ein besseres Gefühl und schützt die Kamera gleichzeitig vor Kratzern und Stößen.

Vorteile

  • +Komplettset mit Gehäuse, Filtern und Schwimmgriff
  • +Wasserdicht bis 50 Meter - das Dreifache der nackten Kamera
  • +Drei Tauchfilter für verschiedene Wasserbedingungen
  • +Hochdurchlässiges Stahlglas für klare Aufnahmen
  • +Schwimmgriff verhindert Verlust der Kamera
  • +12 Anti-Beschlag-Einsätze im Lieferumfang
  • +Kompatibel mit drei DJI-Action-Generationen
  • +Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Nachteile

  • Touchscreen nicht bedienbar im Gehäuse
  • Einstellungen müssen vor dem Einsetzen vorgenommen werden
  • Dichtungen brauchen regelmäßige Pflege
  • Nicht kompatibel mit Action 1 und Action 2

Vergleich: Nackte Kamera vs. Gehäuse

Hier nochmal die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:

  • Ohne Gehäuse: Wasserdicht bis 18-20m, Touchscreen nutzbar, kompakter, leichter
  • Mit Gehäuse: Wasserdicht bis 50m, kein Touchscreen, Filter nutzbar, Schwimmgriff, Schutz vor Kratzern und Stößen
Für Tiefen bis 15 Meter braucht man das Gehäuse streng genommen nicht. Die DJI Action Kameras sind ab Werk dafür ausgelegt. Aber: Die Herstellerangabe ist ein Maximalwert unter Laborbedingungen. In der Praxis, nach einigen Monaten Nutzung, mit leichten Gebrauchsspuren an den Dichtungen, würde man sich nicht unbedingt auf die vollen 20 Meter verlassen wollen. Das Gehäuse gibt hier einen komfortablen Sicherheitspuffer.

Fazit

Für 29,99 Euro bekommt man ein durchdachtes Unterwasser-Set, das die DJI Action Kamera auf 50 Meter Tiefe bringt. Die drei Tauchfilter sind kein billiger Bonus, sondern tatsächlich nützlich - wer unter Wasser ohne Filter filmt, wird von den Ergebnissen enttäuscht sein. Der Schwimmgriff gibt zusätzliche Sicherheit und besseren Halt. Dass der Touchscreen im Gehäuse nicht funktioniert, ist ein Kompromiss, den man bei jedem Tauchgehäuse eingehen muss. Wer damit leben kann, alle Einstellungen vorher vorzunehmen, bekommt hier ein ehrliches Produkt, das hält, was es verspricht.

Affiliate-Hinweis: Die mit Sternchen (*) gekennzeichneten Links sind Affiliate-Links. Wenn du auf einen solchen Link klickst und über diesen Link einkaufst, erhalten wir eine Provision von Amazon. Für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdienen wir an qualifizierten Verkäufen.